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Wildwasserboard
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Dieses Thema hat 2 Antworten
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Zealot
B-Nutzer


30.01.2018 14:45
Beulenbildung bei WW-OC aus PE- Erfahrungswerte? antworten

Ich habe die Meinung gehört, dass bei Booten aus PE immer mit Verformungen gerechnet werden muss, insbesondere bei Canoes, da diese, weil oben offen, per se schon eine instabilere und leichter verformbare Hülle aufweisen als WW-Kajaks mit ihrer weitgehend geschlossenen Zigarrenform.
Aus langen Jahren Paddeln in WW-Kajaks muss ich sagen, dass ich praktisch noch nie ein WW-Kajak besessen habe, dass nicht irgendwann die berühmt-berüchtigte breitflächige "Dulle" unter dem Sitz hatte.
Nun würde mich interessieren, welche Erfahrungen ihr diesüglich bei PE-WW-Open Canoes gemacht habt?
Und schneiden bezüglich der Neigung zur "Dullen"-Bildung dreilagige Hüllen mit PE-Innen- und Außenschicht mit Schaumkern dazwischen besser ab als Hüllen aus einlagigem PE?
Wenn ich das richtig sehe, sind in eurem Forum während der letzten Jahre WW-OCs von Blackfly oder von Silverbirch die angesagtesten Boote gewesen, man müsste sich also auf Basis eurer praktischen Erfahrungen ein relativ repräsentatives Bild zur Frage der "Dullen"- bzw. inversen Beulenbildung bei PE-WW Open Canoes machen können.
Hintergrund meiner Frage ist, ob es sich für jemanden wie mich, der nicht creekt sondern auf WW 2 bis maximal 3 in der Regel weitgehend ohne Steinkontakt paddelt, bei der Anschaffung eines Silverbirch Rebel im Hinblick auf geringeres Bootsgewicht und präziseres Fahrverhalten einer steiferen Bootshülle lohnen würde, die dreilagige Duralite- statt der einlagigen Duratough-Hülle zu wählen. Die behaupteten Vorteile von Duralite würden natürlich konterkariert, wenn DL (Duralite) genauso leicht wie DT (Duratough) "Dullen" bekäme.

N. A.
Checker


31.01.2018 08:38
RE: Beulenbildung bei WW-OC aus PE- Erfahrungswerte? antworten

Meine Erfahrung ist, dass es stark mit der Lagerung zu tun hat.
Ich habe unter anderem einen ca 14jährigen Necky Blunt, der hat KEINE Delle, weil er immer hängend gelagert wird.
Von zwei Diablos (gleicher Jahrgang) hat einer eine deutliche Delle - der Vorbesitzer hat das Boot immer liegend gelagert. Der andere nicht.

Meine WW-OCs haben keine Dellen, da ich sie nicht liegend lagere.

Ein anderer Punkt ist sicher auch die Konstruktion: OCs mit Bulkhead sind durch diesen sicher stabiler als Boote ohne. Der Sitz drückt ja den Boden immer in die Form.

Andere Meinungen?

Lg Norbert

Mahyongg
Schwimmkopf



02.02.2018 17:42
RE: Beulenbildung bei WW-OC aus PE- Erfahrungswerte? antworten

Das hat hauptsächlich was mit Steinkontakten zu tun. Jedes PE-Boot leidet darunter wenn genug mit dem Boot über Steine gerutscht wird. Kann man es vermeiden, kann man auch ein dreilagiges, steiferes Material wählen und damit glücklich werden. Das Prinzip funktioniert aber bei allen Materialien gleich - im Endeffekt wird das Material unter dem Bug sehr, sehr langsam, aber stetig, "gelängt", kann aber nirgendwo hin - und wellt sich dann. Die entstehenden Spannungen begünstigen irgendwann auch Risse.

Das wird von den Herstellern durch die Materialeigenschaften selber optimiert, ganz ausgeschlossen werden kann es in einem Bootsleben nie. Kajaks leiden tendenziell weniger darunter, weil die Fläche unter dem Sitz zwischen den versteifenden Kanten idR schmaler ist und daher von aussen mehr stabilisiert wird. Habe aber auch schon jede Menge Kayaks damit gesehen. Bei manchen Booten (Preludes zum Beispiel) ist es fast schon üblich gewesen, als sie fabrikneu waren. Das hing dann an der unausgereiften Prozesskontrolle bei der Herstellung (zu schnell abgekühlt, zu früh aus der Form geholt, irgendwie sowas...)

Bei mir kriegen alle Boote aufgrund meiner Fahrweise irgendwann sowas, mal mehr mal weniger - meine Silverbirches haben bisher noch nix, dafür sind die noch nicht lange genug unter mir - und ich habe hier als Demos einige der ersten rotierten Boote. Ansonsten - je dünner, je weicher das Material, desto schneller passiert es. Negative Auswirkungen der Wellen bis auf kosmetische sind dabei bis zu einem bestimmten Punkt eher akademischer Natur. Am Ende begünstigt es auch Risse, durch die erhöhte Spannung im Bootsboden, aber bis dahin ist es ein jahrelanger Weg bei normalem Gebrauch, vor allem im steinkontaktfreien WW 2-3.

Dies ist aber auch ein normaler Vorgang, der letztlich durch viele Faktoren begünstigt wird, von denen man die meisten schon beim Bootskauf berücksichtigen kann:

- schmaleres Boot, mehr Kante > weniger Neigung (Rebel zum Beispiel ;D)
- besseres Ausgangsmaterial > weniger Neigung
- weniger Steinkontakt (auch nur gering schleifend, aber natürlich vor allem aktiver Steinkontakt wie beim Creeken oder Rockspins etc) > weniger Neigung
- dünneres Material > mehr Neigung
- weicheres Material > mehr Neigung
- Fahrstil mit Felskontakt > mehr Neigung
etc etc.

Was den Vergleich zwischen Duralite und Duratough angeht, habe ich dir ja bereits Duratough empfohlen. Einen wirklichen Gewichtsvorteil gibt es aufgrund der Bootsform aktuell beim DT sowieso nicht und der Rebel ist bedingt durch sein Design (schmal, ausgeprägte Doppelkanten und Tumblehome-Profil) ohnehin recht steif. Ich denke, ein Unterschied würde sich für keinen Paddler bemerkbar machen, der nicht permanent das Boot am Limit bewegt..

Cheers!

jan

--
The hole is more than the sum of its parts.

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